So gelingt das Texten für Ihre Webseite

So gelingt das Texten für Ihre Webseite

„Wenn Du etwas schreibst – schreibe kurz und sie werden es lesen, schreibe einfach und sie werden es verstehen, schreibe bildhaft und sie werden es im Gedächtnis behalten.“

So soll  Joseph Pulitzer, ungarisch-amerikanischer Journalist, Herausgeber und Namensgeber des Pulitzerpreises, einmal gesagt haben.

Auf zahlreichen Webseiten beschreiben Online-Experten , was zu tun ist, um Leser einer Webseite in den Bann zu ziehen und von Suchmaschinen mit einem guten Ranking belohnt zu werden. Zuerst einmal sollte man darüber bewusst sein, dass Webtexte anders gelesen werden als ein Printmagazin. „Texte am Bildschirm zu lesen ist für uns unbequem, bei längeren Texten verrutschen wir schneller in der Zeile und je nachdem, von welchem Gerät aus, wir lesen, können wir auch nicht die gesamte Internetseite auf einen Blick sehen.“ bestätigt Pia Helfferich von bookboon.com. Daher dauert es auch länger – etwa um 25 Prozent im Vergleich zu Print, wie eine Nielsen-Studie zeigt. Außerdem ist der Nutzer ständig abgelenkt: Buttons, Flash-Animationen, Links, Fotos und Videos konkurrieren fortlaufend mit textlichen Inhalten.

Erfüllt der Internettext nicht die Erwartungen, ist es ein Kinderspiel per Mausklick den Text wieder zu verlassen. Im Web überfliegen wir Texte nur und scannen nach Begriffen. Wir lesen nicht von oben bis unten jedes Wort durch. Im Schnitt klicken wir sogar alle sieben Sekunden weiter, weiß Dominik Maaßen, Journalist und Inhaber der Corporate-Publishing–Agentur Twelve Media in Hamburg.

Was ist also zu beachten, um online das eigene Angebot ins rechte Licht zu rücken und dem Verhalten des Online-Lesers gerecht zu werden? Nicht zu vergessen: Suchmaschinen sollen Sie nach Möglichkeit als abwechslungsreich und einzigartig bewerten.

Hier ein paar nützliche Überlegungen und Tipps:

Internetleser sind immer auf dem Sprung und brauchen daher gut strukturierte, leserfreundliche Texte. Erhöhen Sie die Lesbarkeit Ihres Textes, indem Sie ihn gliedern.

Für das Gliedern haben Sie folgende Möglichkeiten:

Überschriften – Sagen Sie in Ihren Überschriften worum es geht. Das ist für den Leser hilfreicher, als kunstvolle Wortschöpfungen.

Kurze Zusammenfassungen am Textanfang, die dem Leser bei der Orientierung helfen, ob dieser Text das beinhaltet, was er sucht. Mit dem Teasertext werden klassisch journalistisch die wichtigsten Fragen nach dem „wer“, „was“, „wann“, „wo“, „wie“ oder „warum“ beantwortet.

Absätze einfügen – Gliedern Sie Ihren Text in kurze Absätze mit 3 bis 5 Zeilen. Nutzen Sie Zwischentitel, um einen neuen Absatz einzuführen. Das hilft dem Leser beim   Überfliegen an den wichtigen Stellen hängen zu bleiben. Gerade im Web können Sie Ihrer Leser Klick für Klick immer neugieriger machen und tiefer in Ihre Webseite locken. Beispielsweise wenn ein Teaser mit einer Formulierung „wie, erfahren Sie hier“ auf eine Unterseite verlinkt.

– Nutzen Sie Aufzählungen, um Informationen gebündelt weiterzugeben

Heben Sie wichtige Informationen hervor mit fetter oder kursive Schrift, spezielle Kästen für Tipps und Zitate etc.

Schreiben Sie einfach und kurz

Verwenden Sie kurze Absätze, kurze Sätze und kurze Worte. Die einfachsten Wörter sind immer die besten. Schreiben Sie anschaulich und  formulieren Sie aktiv. Vermeiden Sie Schachtzelsätze, Füllwörter und umständliche Begriffe, Fremd- und Fachwörter. Denken Sie daran, je einfacher die Formulierung, desto schneller werden sie vom Leser aufgefriffen. Modalverben wie können, müssen, sollen, et cetera dürfen Sie weglassen – besser: lassen Sie weg. Machen Sie es wie bei der Sendung mit der Maus: Auch komplizierte Inhalte erklärt man idealerweise ganz einfach.

Seien Sie persönlich

Ihr zukünftiger Gast oder Kunde möchte sich persönlich angesprochen fühlen. Nutzen Sie die direkte Ansprache und vermeiden Sie das unpersönliche „man“.  Verzichten Sie auf Passivkonstruktionen, wie „Bei uns kann man sich hervorragend entspannen“. Sagen Sie lieber: „Hier entspannen Sie“.

Reichern Sie Ihre Texte an

Nutzen Sie den Vorteil des Web und denken Sie multimedial und interaktiv. Reichern Sie Ihre Texte mit Bilder, Videos, Slideshows, Dokumenten oder Verlinkungen an. Nutzen Sie auch die Möglichkeit, über Kommentare um Feedback zu bitten.

Passen Sie Ihr Layout an

Kennen Sie den Eye-Tracking-Test? Er misst den Blickverlauf des Auges und hat bewiesen: Ein Leser schaut lieber links vor rechts und oben vor unten. Zwar verändern andere Elemente wie Fotos oder Videos diesen Blickverlauf. Aber wer diese Koordinaten im Hinterkopf hat, wird Wichtiges links oben setzen und weniger Wichtiges im Scroll-Bereich.

Optimieren Sie kontinuierlich

Sie sollten wissen, mit welchen Wörtern Ihre Gäste suchen, um Sie online zu finden – ist es „E-Bike Verleih Rostock“ oder „Ferienappartment Oberstdorf“? Dann verwenden Sie diese Suchwörter, die so genannten Keywords, im Titel, in den Überschriften und im Fließtext. Das sind Schlüsselwörter, mit denen die Suchmaschine Ihre Website oder einzelne Webseiten findet, am besten im Ranking noch vor den Mitbewerbern. Wiederholungen von Schlüsselwörtern in einem Text oder auf einer Webseite schmälern zwar nicht die Qualität der Texte. Übertreiben Sie es aber nicht, denn Suchmaschinen wie Google oder Bing strafen eine übermäßige Nutzung eines Keywords ab.

Laut Experten reicht schon eine Schlüsselwort-Dichte von drei bis vier Prozent pro Seite. Nutzen Sie neben dem wichtigsten Suchbegriffen auch relevante Synonyme. Schreiben Sie aber bitte nicht ausschließlich für Suchmaschinen – schreiben Sie für Ihre Leser. Nutzen Sie Verlinkungen von Partnerwebseiten auf Ihre Homepage, um das Ranking Ihrer Webseite zu verbessern. Für Google ist das ein Beweis, dass Sie Qualität bieten.

Seien Sie dynamisch

Bedrucktes Papier ist nicht mehr zu korrigieren und somit statisch. Das Web dagegen vor allem dynamisch. Entwickeln Sie deshalb Ihre Texte und Webseiten stetig weiter. Kommentare, Feedback von Lesern oder Besucherverhalten, das Sie mit Analyse-Tools messen, zeigen Chancen zur Optimierung auf. Eine Website ist langfristig  nur dann gut, wenn sie sich immer weiter entwickelt.

Fazit

Beim Texten für das Internet sind ein paar Aspekte zu berücksichtigen. „Wir Leser haben keine Zeit, wir lesen nicht, wir surfen“ erklärt Dominik Maaßen und rät,  „die Besucher Ihrer Webseite mit guten Texten in den Bann zu ziehen“.

Haben Sie weitere Tipps als Ergänzung? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht mit Texten fürs Web? Welche Strategien haben Ihnen geholfen?

(Foto: Marvin Siefke  / pixelio.de)

 

 

 

 

 

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